Ethanol-Tischkamin in der Mietwohnung: Was ist erlaubt und wie nutzt du ihn sicher?

Echtes Feuer in der Mietwohnung klingt erstmal nach Ärger mit dem Vermieter. Bei einem Ethanol-Tischkamin sieht die Sache aber deutlich entspannter aus als bei einem klassischen Kaminofen. In diesem Ratgeber klären wir, was rechtlich gilt, welche Sicherheitsregeln du kennen musst und welches Bioethanol in den Brenner gehört. Ehrlich und ohne Schönfärberei, denn Feuer bleibt Feuer.

Ist ein Ethanol-Tischkamin in der Mietwohnung erlaubt?

Grundsätzlich ja. Ein Tischkamin mit Bioethanol verbrennt den Brennstoff nahezu rückstandsfrei und braucht deshalb keinen Schornstein und keinen Abzug. Es gibt keine Abnahme durch den Schornsteinfeger und keine Genehmigungspflicht. Solange du das Gerät bestimmungsgemäß nutzt, also als frei stehendes Dekofeuer auf dem Tisch, brauchst du auch keine Zustimmung deines Vermieters. Der Tischkamin ist rechtlich eher mit einer großen Kerze vergleichbar als mit einer Feuerstätte.

Ein Blick in Mietvertrag und Hausordnung lohnt sich trotzdem

Es gibt zwei Ausnahmen, die du kennen solltest:

  • Klauseln zu offenem Feuer: Manche Mietverträge oder Hausordnungen enthalten Formulierungen wie "offenes Feuer verboten" oder "keine feuergefährlichen Stoffe in der Wohnung". Solche Klauseln können auch Ethanol-Kamine betreffen. Wirf also einmal kurz einen Blick rein, bevor du bestellst.
  • Bauliche Veränderungen: Sobald du einen Ethanol-Kamin fest an die Wand montierst oder dafür bohrst, brauchst du in der Regel die Zustimmung des Vermieters. Bei einem Tischkamin stellt sich diese Frage nicht, denn er steht einfach frei auf einer geeigneten Fläche.

Kurz gesagt: Ein frei stehender Tischkamin ist in fast jeder Mietwohnung ohne Rückfrage erlaubt. Nur wer eine strenge Feuer-Klausel im Vertrag hat, sollte vorher mit dem Vermieter sprechen.

Die wichtigsten Sicherheitsregeln

Ein Tischkamin ist keine Kerze mit Deko-Faktor, sondern eine echte Flamme mit flüssigem Brennstoff. Der TÜV-Verband und Verbraucherschützer empfehlen deshalb ein paar klare Regeln. Wenn du sie einhältst, ist der Betrieb gut beherrschbar:

  • Nur geprüfte Geräte kaufen: Achte darauf, dass der Kamin die europäische Sicherheitsnorm DIN EN 16647 erfüllt. Sie regelt unter anderem Standfestigkeit, Materialien und die Sicherheit des Brenners.
  • Stabiler, hitzebeständiger Untergrund: Stell den Kamin auf eine ebene, feste und hitzebeständige Fläche, zum Beispiel einen Steintisch oder eine feuerfeste Unterlage. Nicht auf wackelige Beistelltische, nicht auf die Fensterbank mit Vorhang daneben.
  • Abstand zu Brennbarem: Halte rundherum großzügig Abstand zu Gardinen, Papier, Deko, Möbeln und allem, was Feuer fangen kann. Auch nach oben, denn über der Flamme wird es heiß.
  • Niemals heiß nachfüllen: Das ist die wichtigste Regel überhaupt. Mehr dazu gleich.
  • Löschwerkzeug bereithalten: Eine Löschdecke oder ein kleiner Feuerlöscher gehört in Reichweite. Ethanol-Flammen löschst du nie mit Wasser, sondern durch Ersticken, am besten mit dem Löschdeckel des Kamins.
  • Nur in gut belüfteten Räumen: Bei der Verbrennung entstehen CO2 und Wasserdampf, die im Raum bleiben. Nutze den Kamin deshalb nicht in sehr kleinen, geschlossenen Räumen und lüfte regelmäßig.
  • Nie unbeaufsichtigt lassen: Brennender Kamin, du im Raum. Verlässt du die Wohnung oder gehst schlafen, wird gelöscht. Das gilt besonders, wenn Kinder oder Haustiere da sind.

Warum heißes Nachfüllen so gefährlich ist

Die meisten Unfälle mit Ethanol-Kaminen passieren beim Nachfüllen. Ethanol verdampft schon bei Zimmertemperatur, und diese Dämpfe bilden mit Luft ein leicht entzündliches Gemisch. Kippst du Ethanol in einen noch heißen oder gar noch brennenden Brenner, kann sich dieses Gemisch schlagartig entzünden. Das nennt man Verpuffung, und die kann eine Stichflamme erzeugen, die dich und deine Einrichtung ernsthaft verletzt beziehungsweise beschädigt.

Deshalb: Flamme komplett ausbrennen lassen oder löschen, dann mindestens 15 Minuten warten, bis der Brenner wirklich kalt ist. Erst dann nachfüllen, langsam und ohne zu kleckern. Verschüttetes Ethanol wischst du vor dem Anzünden vollständig weg. Die Flasche stellst du danach verschlossen und mit Abstand zum Kamin ab.

Welches Bioethanol gehört in den Tischkamin?

Nimm flüssiges Bioethanol mit einem Reinheitsgrad von mindestens 96 Prozent. Das verbrennt sauber, nahezu geruchlos und ohne Ruß. Billigere Brennstoffe mit niedrigerem Ethanol-Anteil enthalten mehr Wasser und Zusätze, brennen unruhiger und können unangenehm riechen. Finger weg von Brennspiritus, Benzin oder anderen Brennstoffen, die nicht für Ethanol-Kamine gedacht sind. Brenngel funktioniert nur in Geräten, die ausdrücklich dafür ausgelegt sind. Für einen klassischen Tischkamin mit Brennkammer ist flüssiges Bioethanol die richtige Wahl.

Was ein Tischkamin nicht ist: eine Heizung

Hier sind wir ehrlich: Ein Ethanol-Tischkamin ist ein Dekofeuer, kein Heizgerät. Die Flamme gibt zwar spürbare Wärme ab, wenn du direkt daneben sitzt, aber sie ersetzt keine Heizung und soll das auch gar nicht. Wer einen Tischkamin kauft, um Heizkosten zu sparen, wird enttäuscht. Wer ihn kauft, um echtes, ruhiges Feuer auf dem Esstisch, dem Balkon oder der Terrasse zu haben, bekommt genau das.

Kurz zusammengefasst

  • Tischkamin in der Mietwohnung: grundsätzlich erlaubt, keine Vermieter-Zustimmung nötig, solange du nichts fest verbaust.
  • Ausnahme: Feuer-Klauseln in Mietvertrag oder Hausordnung. Einmal kurz prüfen.
  • Nur Geräte nach DIN EN 16647 kaufen und auf hitzebeständigem, stabilem Untergrund betreiben.
  • Nie heiß oder brennend nachfüllen, sonst droht eine Verpuffung.
  • Löschdecke oder Löschdeckel bereithalten, gut lüften, Flamme nie allein lassen.
  • Flüssiges Bioethanol mit mindestens 96 Prozent Reinheit verwenden.
  • Ein Tischkamin ist Atmosphäre, keine Heizung.

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