Yggdrasil, Huginn & Muninn und Mjölnir: Was die Wikinger-Symbole auf deinem Krug bedeuten

Ein Wikinger-Krug ohne Symbole ist nur ein Becher. Die Gravuren machen den Unterschied. Aber mal ehrlich: Weißt du, was Yggdrasil, die beiden Raben oder der Hammer eigentlich bedeuten? Die meisten trinken aus ihrem Krug, ohne die Geschichten dahinter zu kennen. Das ändern wir jetzt. Hier bekommst du die Bedeutung der wichtigsten Wikinger-Symbole, kompakt und ohne Fantasy-Kitsch.

Yggdrasil: der Weltenbaum

Yggdrasil ist das Zentrum der nordischen Mythologie. Eine gewaltige Esche, die alle neun Welten miteinander verbindet: die Welt der Menschen (Midgard), die der Götter (Asgard), die der Riesen, der Zwerge, der Toten und weitere. Alles hängt an diesem Baum.

Und er ist voller Leben. In der Krone sitzt ein Adler, an den Wurzeln nagt der Drache Nidhöggr, und das Eichhörnchen Ratatoskr rennt den Stamm rauf und runter, um Beleidigungen zwischen den beiden hin und her zu tragen. Die Wikinger hatten Humor.

Der wichtigste Punkt für deinen Krug: Odin hing der Sage nach neun Nächte lang am Yggdrasil, verwundet von seinem eigenen Speer, um das Geheimnis der Runen zu erlangen. Der Weltenbaum steht deshalb für Zusammenhalt, Wissen und dafür, dass alles im Leben verbunden ist.

Huginn und Muninn: Gedanke und Erinnerung

Odin trägt den Beinamen Rabengott, und das hat einen Grund. Auf seinen Schultern sitzen zwei Raben: Huginn (vom altnordischen Wort für "denken") und Muninn (von "sich erinnern"). Jeden Morgen fliegen sie hinaus über die Welten, sehen alles, hören alles, und kehren am Abend zurück, um Odin Bericht zu erstatten.

In der Edda sagt Odin sogar, dass er fürchtet, Huginn könnte eines Tages nicht zurückkehren. Noch mehr Sorgen macht er sich um Muninn. Übersetzt heißt das: Gedanken kann man verlieren, Erinnerungen zu verlieren ist schlimmer.

Huginn und Muninn stehen für Wissen, Weitblick und die Fähigkeit, aus Erfahrung zu lernen. Ziemlich passende Begleiter für lange Abende am Tisch.

Mjölnir: Thors Hammer als Schutzsymbol

Mjölnir ist wahrscheinlich das bekannteste Wikinger-Symbol überhaupt. Geschmiedet wurde der Hammer von den Zwergen Brokkr und Sindri. Dass der Stiel so kurz ist, liegt übrigens an Loki, der die Arbeit sabotiert hat. Trotzdem wurde Mjölnir die mächtigste Waffe der Götter: Er trifft immer und kehrt in Thors Hand zurück.

Für die Menschen der Wikingerzeit war Mjölnir aber vor allem eines: Schutz. Mit dem Hammer wurden Hochzeiten, Geburten und Verstorbene gesegnet. Archäologen haben hunderte kleiner Hammer-Amulette in Skandinavien gefunden. Die Menschen trugen sie um den Hals, so wie später das Kreuz. Ein Mjölnir auf deinem Krug ist also kein Kriegssymbol, sondern ein Segen für Haus und Tisch.

Elder Futhark: das älteste Runenalphabet

Runen waren die Schrift des Nordens. Das Elder Futhark (ältere Futhark) ist die älteste Form: 24 Zeichen, benannt nach den ersten sechs Runen F, U, Þ, A, R, K. Es war ungefähr vom 2. bis zum 8. Jahrhundert in Gebrauch, bevor es zum kürzeren jüngeren Futhark mit 16 Zeichen vereinfacht wurde.

Das Besondere: Jede Rune ist Buchstabe und Bedeutung zugleich. Ein paar Beispiele:

  • Fehu steht für Vieh, also Besitz und Wohlstand
  • Uruz steht für den Auerochsen, also Kraft
  • Ansuz ist die Götterrune und steht für Odin und Weisheit

Runen wurden in Stein, Holz und Metall geritzt. Für die Wikinger hatten sie auch eine magische Dimension. Schließlich hat Odin selbst dafür am Weltenbaum gehangen.

ORÐSTÍRR DEYR ALDREGI: die Zeile aus der Hávamál

Die Hávamál ("Sprüche des Hohen") ist eine Sammlung von Lebensweisheiten aus der Lieder-Edda, überliefert als Worte Odins. Die berühmteste Strophe (Strophe 76 nach gängiger Zählung) geht so:

"Deyr fé, deyja frændr, deyr sjálfr it sama; en orðstírr deyr aldregi, hveim er sér góðan getr."

Auf Deutsch: Das Vieh stirbt, Verwandte sterben, auch du selbst stirbst. Doch eines stirbt nie: der gute Ruf dessen, der ihn sich verdient hat. Ein guter Name stirbt nie.

Das ist keine düstere Zeile, sondern das Gegenteil. Alles Materielle vergeht. Was bleibt, ist, wie du gelebt hast und wie man sich an dich erinnert. Über 1000 Jahre alt und immer noch wahr.

Was tranken die Wikinger wirklich?

Zeit, mit einem Klischee aufzuräumen. Der Alltagsdrink der Wikinger war Bier, genauer gesagt selbstgebrautes Ale aus Gerste. Das gab es fast täglich, oft in schwächerer Form.

Met, also vergorener Honig mit Wasser, war dagegen Luxus. Honig war teuer und rar. Met kam bei Festen, Opferfeiern und besonderen Anlässen auf den Tisch. In der Mythologie hat er sogar einen Ehrenplatz: Der Skaldenmet verleiht der Sage nach die Gabe der Dichtkunst. Wein gab es auch, aber nur importiert und nur für die, die es sich leisten konnten.

Skål: mehr als ein Trinkspruch

Skål ist bis heute der Trinkspruch in ganz Skandinavien. Das Wort kommt vom altnordischen skál und bedeutet schlicht "Schale" oder "Trinkgefäß". Man prostet sich also wörtlich mit dem Gefäß zu.

Die Legende, Wikinger hätten aus den Schädeln ihrer Feinde getrunken, ist übrigens Unsinn. Sie geht auf eine falsch übersetzte Dichter-Metapher zurück, in der mit "gebogenen Ästen der Schädel" schlicht Trinkhörner gemeint waren. Also: Skål sagen, Krug heben, niemandem den Schädel absägen.

Passendes Produkt

Wenn du diese Symbole nicht nur kennen, sondern in der Hand halten willst: Der Valhalla Forge Wikinger-Bierkrug (49,99 Euro) vereint genau die Symbole aus diesem Artikel. Yggdrasil, Huginn und Muninn, Mjölnir, Runen im Elder Futhark und die Hávamál-Zeile ORÐSTÍRR DEYR ALDREGI als Gravur. Innen sorgt ein herausnehmbarer Einsatz aus 304-Edelstahl dafür, dass dein Bier oder Met nach Bier oder Met schmeckt und der Krug leicht zu reinigen ist. Skål!

Zurück zum Blog